Spielerprofil: Warmed Omari

Von Stade Rennes wechselt der 25-jährige Innenverteidiger Warmed Omari per Leihe mit Kaufoption an die Elbe. Einst als großes Talent gehandelt, letzte Saison fast gar nicht gespielt. Was kann man von ihm beim HSV erwarten? Alles hier im Spielerprofil.

Allgemein

Nationalität: Komoren

Geburtsdatum: 23.04.2000

Position: Innenverteidiger

Größe: 1,88m

Starker Fuß: Rechts

Marktwert: 3.000.000,00€

Am 15.08.2021 wechselt Bruno Génésio den damals 21-jährigen Warmed Omari für eine Minute ein und verhilft ihm so zu seinem Profidebüt, drei Ligaspiele später startet Omari sein erstes Ligaspiel. Am Ende der Saison 2021/2022 wird er 40 Einsätze für die Profis von Stade Rennais absolviert haben, inklusive der Verbannung des 17-Millionen-Einkaufs Loïc Badé auf die Bank in einigen Spielen. Omari machte direkt auf sich aufmerksam, setzte sich bei den Profis durch und spielte so solide, dass nach der Saison 2023/2024 der Tabellen-6. aus Lyon ihn nach 94 Einsätzen für Rennes per Leihe verpflichtete. In Lyon lief es für den inzwischen 25-jährigen Innenverteidiger gar nicht mehr: Gegen Moussa Niakhaté, Clinton Mata und Duje Caleta-Car sah Omari keinen Stich, absolvierte gerade mal 7 Liga-Minuten in der abgelaufenen Saison.

Spielerisch wurde Omari in Rennes meist als rechter Innenverteidiger einer Viererkette aufgestellt. Entsprechend sahen auch seine Heatmaps der drei Rennes-Saisons aus:

In seiner spärlichen Spielzeit für Lyon war er Teil einer Fünferkette, auch als zentraler Part der drei Innenverteidiger.

Seine Positionierungen als Innenverteidiger für Rennes:

Seine Positionierung als IV für Lyon:

Analyse

Beobachtete Spiele

  • Paris Saint-Germain – Stade Rennes: 1:0 (03.04.2024, 90 Minuten)
  • FC Nantes – Stade Rennes: 0:3 (20.04.2024, 90 Minuten)
  • TSG Hoffenheim – Stade Rennes: 2:2 (07.11.2024, 90 Minuten)

Stärken

Tempo in letzter Linie

Warmed Omari besitzt die Fähigkeit bei langgeschlagenen oder in die Tiefe gespielten Bällen schnell an Tempo aufzunehmen und seine Gegner zu stellen. Zwar hat er nicht den absoluten Highspeed wie manch andere Innenverteidiger heutzutage, trotzdem kann er häufig schnell genug in die Situation kommen, um seiner Mannschaft für die Verteidigungsaktion Zeit zu verschaffen.

Schnelle Auffassungsgabe

Omari liest Situationen gut, kann dies sowohl gegen als auch mit dem Ball gut einsetzen. Passlinien stellt er konsequent zu, dies kann allerdings auch dazu führen, dass er zu aggressiv springt. Mit Ball erkennt er freie Räume und bespielt diese konsequent, generell ist sein gesamter Spielansatz sehr „vorwärts“ und aggressiv, wenig abwartend.

Suche nach spielerischen Lösungen

Der neue Innenverteidiger des HSV ist sehr darauf bedacht sämtliche Situationen spielerisch und vertikal zu lösen. Auch in Situationen in denen viele Innenverteidiger den Rückweg antreten oder den Querpass wählen würden versucht Omari das Steil-Klatsch-Spiel einzuleiten oder doch noch einen vertikal postierten Spieler zu erreichen.

Vertikalität

Daran schließt Omaris Fähigkeit an, im Passspiel Lösungen in der Tiefe zu finden. Im Spielaufbau scannt der Innenverteidiger fast ausschließlich vertikal, versucht das Spiel eigenständig aufzubauen und gibt die Verantwortung nicht ab. Passschärfe und -präzision sind gut, das Passspiel ist dadurch aber natürlich auch nicht ohne Risiko. Trotzdem muss man sagen, dass Warmed Omari dadurch eine spielerische Qualität in die Defensive bringt, die durch die Degradierung Schonlaus abhanden gekommen war.

Andribbeln bei Druck

Bei hoch anlaufenden Stürmern hat es Omari gut im Blick wie er durch wenige Ballkontakte dem Druck entgehen kann. Dabei hilft ihm eine gewisse Beweglichkeit im Oberkörper, die seine Bewegungen nicht zu steif werden lassen, um am Gegner „vorbeizugleiten“. Auch seine Carrying-Fähigkeiten konnte er andeuten, waren in den gesehenen Spielen aber keine ihn auszeichnende Stärke.

Schwächen

Körperlichkeit im Duell gegen Mittelstürmer

Omari bringt mit 1,88m eine für Innenverteidiger solide Körpergröße mit, allerdings scheint er im Duell gegen körperlich robuste Mittelstürmer seine Probleme zu haben dagegenzuhalten. Immer wieder sieht man, dass er stark arbeiten muss, um seine Position bei Körperkontakt zu halten, manchmal wird er zu leicht aus der Balance gebracht. Hier muss er an der Positionierung arbeiten und möglicherweise schlicht ein wenig Muskelmasse draufpacken.

Zu viel Armeinsatz

Als Ausgleich für die fehlende Körperlichkeit oder bei schlechtem Timing greift Omari auf den Einsatz seiner Hände und Arme zurück. Das kann zu unnötigen Fouls führen, im Spiel gegen Paris verursachte er so einen Elfmeter. Prinzipiell mit den Armen zu arbeiten ist völlig normal und richtig als Verteidiger, der 25-Jährige muss nur ein besseres Gefühl dafür bekommen wie lange und stark er diese einsetzen kann.

Risikoeinschätzung

Durch das mutige Spiel des Innenverteidigers gibt es immer wieder Situationen in denen man ihm zurufen möchte, dass er sich doch einfach für die „einfache“ Lösung entscheiden möge. Natürlich kurbelt er durch seine technischen Fähigkeiten immer wieder das Spiel an, sein Mut die Situationen spielerisch zu lösen kann aber auch zu gefährlichen Ballverlusten führen. Kann er ein wenig mehr abwägen in welchen Situationen wie viel Risiko nötig ist, könnte dem HSV mehr geholfen sein als in jeder Situation das Maximum erreichen zu wollen.

Fazit

Mit Warmed Omari hat der HSV einen spannenden Innenverteidiger verpflichtet, der mit seinem soliden Tempo und seinem Mut im Spielaufbau ein wichtiger Bestandteil der Bundesliga-Mannschaft der Hamburger werden kann. Trotzdem wird man dem 25-Jährigen Zeit geben müssen. Wenig Spielzeit im abgelaufenen Jahr kann dazu führen, dass ihm momentan das Timing in manchen Situationen fehlt, er nicht die Spritzigkeit hat wie ein Stammspieler.

Als rechter Innenverteidiger könnte er sehr gut als tiefer Spielmacher agieren, den Druck mancher hoch anlaufenden Teams gut absorbieren. Und genauso gut könnte es sein, dass er nach 2-3 zu risikoreichen Aktionen erstmal wieder auf der Bank Platz nehmen muss, um der gesamten Mannschaft mehr Sicherheit zu geben.

Der HSV geht aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen ein überschaubares Risiko ein, sollte sich aber weiterhin nach einem weiteren Innenverteidiger umschauen, um darauf vorbereitet zu sein, dass Omari ein wenig Zeit benötigen könnte. Kann der ehemalige französische U21-Nationalspieler sein spielerisches Potenzial in der Bundesliga umsetzen, könnte dem HSV aber genauso schnell auch ein kleiner Coup gelungen sein.

Man darf gespannt sein, in welche Richtung das Pendel in dieser Personalie ausschwingen wird.

Benachrichtigung abonnieren: