Spieltagsvorschau: 10. Spieltag gegen Borussia Dortmund

Trainer: Niko Kovač

Spielweise: Vertikal, dynamisch, flügelorientiert

Stärken: Tiefenläufe, Ablagen, zweite Bälle

Player to watch: Schlotterbeck

Schlüsselduell: Guirassy vs. Vušković

npxG Top-3: Guirassy (4.5), Brandt (1.6), Adeyemi (1.6)

xA Top-3: Ryerson (2.1), Svensson (2.0), Nmecha (2.0)

Fehlende Spieler: Süle, Brandt

Bilanz gegen den HSV: 46 Siege – 28 Remis – 41 Niederlagen

Statistisches Profil

Spiel mit dem Ball

Dortmund agiert in einer 3-4-2-1-Grundordnung, die im Aufbau überwiegend ein 3-2 oder 3-1 abbildet. Im Idealfall bilden Anton, Schlotterbeck und Bensebaini die Dreierkette. Anton rückt im Aufbau situativ ein, um diagonale Anschlusswege zu öffnen. Fehlt einer der beiden anderen Stamm-Innenverteidiger, übernimmt Anton das Zentrum, wodurch der Aufbau mehr über sein Andribbeln und den anschließenden Diagonalpass nach links verläuft. Auf der rechten Schiene hält Couto zunächst eine hohe Position, wird aber bei Drucksituationen tiefer eingebunden, da sein Aufdrehen unsicher ist. Links agiert Svensson dagegen höher oder rückt in den Halbraum, um diagonale Verbindungen herzustellen. Die Doppelsechs aus Groß, Nmecha oder Sabitzer staffelt sich oft höhenversetzt. Zudem kippt Groß häufig nach außen, während Nmecha sich weiträumiger im Zentrum bewegt und dabei auch viel auf zweite Bälle geht. Vorne bietet sich Guirassy viel für Ablagen an, während die Zehner die Halb- und Außenräume unterschiedlich nutzen: Adeyemi und Beier suchen Tiefe und Tempo, Brandt und Chukwuemeka Zwischenräume und Passdreiecke. Dortmund nutzt häufig Seitenverlagerungen über links, um den Gegner in die Breite zu ziehen und dann über diagonale Zuspiele hinter die Kette zu kommen. Im Druck dienen lange Bälle auf Guirassy als Mittel, unterstützt von eingerückten Achtern, die zweite Bälle sichern.

Spielweise

Dortmund hat verschiedene Muster um dynamisch Tiefe zu erzeugen. Wird Couto rechts angelaufen, passt er zurück und zieht in den Halbraum, Adeyemi kippt nach außen und sucht das 1-gegen-1. Guirassy und ein Sechser starten gleichzeitig in die Tiefe, während Couto eingerückt absichert oder diagonal nachstößt. Im Zentrum dient Guirassy als Zielspieler für direkte Zuspiele aus der Abwehr. Seine Ablagen lösen Anschlussläufe der Sechser aus, die zweite Bälle aufnehmen und sofort in den Halbraum weiterleiten, wo besonders Beier und Adeyemi diagonal hinter die Kette starten. Überladungen mit anschließendem Seitenwechsel von Schlotterbeck und Groß lassen zudem neue Dynamik erzeugen. Der Seitenwechsel geht auf den hochstehenden Svensson, Beier läuft in die Tiefe, der ballferne Sechser sichert Rücklagen. Alternativ geht der Seitenwechsel auf Nmecha, der im Rücken vom Gegenspieler frei aufdreht. Links entsteht zudem Dynamik, wenn Beier diagonal abkippt, um Passwinkel für Schlotterbeck oder Bensebaini zu öffnen und dann auf Guirassy oder Nmecha abzulegen während Svensson außen tief geht. Gegen tiefstehende Gegner werden sie über diese Abläufe aber zu selten gefährlich. Im Zentrum wird sich häufig zu statisch bewegt und Nmechas Aufdrehen zwischen den Linien ist in engen Räumen weniger effektiv und Adeyemi verliert ohne Tiefe an Wirkung.

Spiel gegen den Ball

Im Angriffspressing agiert Dortmund oft mannorientiert. Adeyemi löst das Pressing im Bogenlauf aus, Guirassy lenkt den Gegner auf eine Seite, während die Zehner die Innenverteidiger anlaufen. Die Schienenspieler stehen höher als die Dreierkette, sichern aber diagonal nach hinten ab. Gelangt der Ball auf den Außenverteidiger, schieben die Zehner heraus, die Sechser rücken nach, und Dortmund erzwingt den langen Ball. Der zentrale Innenverteidiger tritt situativ aus der Kette, um Passwege hinter der ersten Pressinglinie zu schließen oder antizipierend Bälle abzufangen. Im Mittelfeldpressing verteidigt Dortmund kompakt im 5-2-3, um das Zentrum zu schließen. Guirassy lenkt den Aufbau wieder in eine Richtung, die Zehner blockieren direkte Pässe in die Halbräume. Der Raum außerhalb vom Block ist dadurch aber häufig frei, womit ein gegnerischer Spieler dorthin frei abkippen kann, was Überladungen ermöglicht. Auf Flügelpässe reagiert der ballnahe Schienenspieler mit Herausrücken, kann aber tief gebunden werden. Probleme entstehen zudem teilweise, wenn die Abwehrkette zu tief steht oder ein gegnerischer Spieler aus dem Mittelfeld auf den Flügel kippt und so den Flügel öffnet – dann fehlt der Zugriff was den Halbraum diagonal von außen anspielbar macht und Halbraumflanken oder aus tieferer Position, Pässe hinter die Abwehrkette ermöglicht.

Unser HSV

Nachdem Vieira im letzten Spiel wieder für die Startelf in Frage kam, stellte sich zum ersten Mal die Frage, wie Polzin ihn und Sambi Lokonga gleichzeitig integrieren würde. Letztlich stellte sich die Frage aber doch nicht, weil Capaldo nicht zur Verfügung stand. Stattdessen wurde Remberg als rechten Halbverteidiger eingesetzt, während Vieira neben Sambi Lokonga im Zentrum spielte. Durch Vieras Sperre kehrt Capaldo nun wohl auf seine ungewohnt gewohnte Position zurück. Im Mittelfeld bilden dann Sambi Lokonga und Remberg die Doppelsechs. In der vorderen Reihe ersetzt Philippe den gesperrten Vieira und agiert als zweiter Stürmer aus dem rechten Halbraum. Neben ihm dürfte Neuzugang Yussuf Poulsen sein Startelfdebüt geben, nachdem Polzin bereits betonte, dass er schon die letzten Wochen startelfreif war. Königsdörffer verliert damit seinen Platz, da seine Entscheidungsfindung zuletzt zu fehleranfällig und langsam waren, nicht nur im Abschluss, sondern häufiger auch im Verbindungsspiel. Poulsen bietet dafür eine physischere Variante, die auch im Aufbau über lange Zuspiele von Heuer Fernandes nutzbar ist. Seine Ablagen auf Sambi Lokonga der Philippe direkt tief schicken kann, sind sicherlich ein Mittel gegen Dortmunds Angriffspressing. So gewinnt man in der Aufstellung gleichzeitig an Boxpräsenz über Poulsen und hat mit Philippe weiterhin einen Tiefenläufer in der Offensive.

Zudem sollte Gocholeishvili in die Startelf zurückkehren. Entscheidend wird auch sein wie der HSV Dortmunds Halbraumläufe kontrolliert. Vušković muss seine Duelle gegen Guirassy gewinnen, sowohl bei langen Bällen als auch als Wandspieler um die Box. Capaldo und Elfadli müssen den Druck auf den Halbraumspielern halten und wenn es Tiefenläufer wie Beier und Adeyemi werden, gleichzeitig gute Entscheidungen im Springen treffen.

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Benedikt
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